So jung der 2013 erstmals verliehene ‹Swiss Print Award› auch ist, hat er dennoch eine, wenn auch bescheidene, Geschichte.

Der ‹Swiss Print Award› ist aus dem ‹Druckmarkt-Award› hervorgegangen, den das Ma-nagement-Magazin ‹Druckmarkt Schweiz› 2004 erstmals ausgeschrieben hatte. Intention dieses Awards war es, herauszufinden, ob Schweizer Drucker die sprichwörtlichen ‹Schuster mit den schiefen Leisten› sind oder ob sie ‹Appetit auf Drucksachen› machen.

Noch beim ersten Award protzten Druckereien in ihren Eigendarstellungen mit Druck-maschinen, als sei es für die Kunden wichtig zu wissen, wie eine Produktionsmaschine aussieht. Doch schnell wandelte sich die Präsentationsform: Immer mehr wurde die Drucksache an sich in den Vordergrund gestellt, die Möglichkeiten der Veredelung und der Umgang mit haptischen Papieren aufgezeigt. Das ist bis heute so geblieben, hat sich verfeinert und zeigt damit gleichzeitig den Wandel in der Kunden-Kommunikation.
Zudem hat sich seit der ersten Ausschreibung des ‹Druckmarkt-Award› im Jahre 2004 die grafische Welt gewaltig verändert. Nicht nur die Strukturen innerhalb der grafischen Industrie, die Branche an sich und ihr Umfeld haben sich gewandelt. Und damit auch die Art und Weise, wie Drucksachen hergestellt werden. Nicht billigeres Produzieren ist gemeint, sondern die Herstellung von Drucksachen in arbeitsteiligen Produktionen. Einzel-arbeiten werden zur Ausnahme – es sind Teams, die bei Druck-Objekten zusammen-arbeiteten. Auftraggeber, Agenturen, Fotografen, Papierlieferanten, Druckereien und Buchbinder schaffen Werke, die sich nicht auseinanderdividieren und kaum auf Einzel-leistungen herunterbrechen lassen. 

Jeder, der an einer Drucksache beteiligt ist, kann Arbeiten zum ‹Swiss Print Award› einreichen. Ausgezeichnet werden Arbeiten, die ‹Lust auf Print› machen und die das Gedruckte in seiner gewichtigen Bedeutung innerhalb des Medien-Mix be-stätigen und stärken.

Den ‹Druckmarkt-Award› gibt es nicht mehr, doch die Idee lebt weiter. Im Andenken an den 2012 verstorbenen asw-Geschäftsführer Peter Grob, der den Wettbewerb von Beginn an mit vorangetrieben hat, wird im Rahmen des ‹Swiss Print Award› der ‹Peter-Grob-Preis› als Sonderpreis verliehen. Dieser Preis kann, muss aber nicht jährlich vergeben werden und soll herausragende Arbeiten im Bereich ‹Eigenwerbung von Druckereien und Agenturen› auszeichnen und damit an die Wurzeln des Awards erinnern.

Mit dem geänderten Namen wurde auch ein neues Erscheinungsbild geschaffen. Als Logo wurde eine Wortmarke gewählt, die um Elemente der Drucktechnik angereichert wird und eine Beziehung zu typografischen Gestaltungsmitteln, Farben, Reproduktion, Drucktechnik, Haptik sowie Veredelungen herstellen. Die Gestaltungsmittel sind der Ästhetik von Teststreifen bei Druckbögen entlehnt. Cyan, Magenta und Yellow werden in Kombination mit Grau verschmolzen und bilden zusammen mit gerasterten Flächen eine Reminiszenz an druckspezifische Besonderheiten.
Auch wenn es zunächst fremd erscheinen mag, dass es für die Gewinner des Awards statt eines Pokals oder Trophäe eine Steinplatte gibt, hat das seine Gründe. Die in Zürich ‹handgeschöpfte› Betonplatte im Format A4 symbolisiert einen Bogen Papier mit seiner eigenwilligen Struktur, die ihn zum Unikat macht. Der Abguss aus der Negativform mag zudem an ein Klischee erinnern. Die tiefer liegende Jahreszahl steht für Drucktechniken im Allgemeinen.
Und nicht zuletzt soll mit diesem außergewöhnlichen Award ein Hinweis darauf gegeben werden, dass zeitgemässes und zukünftiges Drucken nicht immer nur papiergebunden sein muss und dass das Drucken die zweite Dimension längst verlassen hat. Individuell bedruckt wird der Award übrigens im Siebdruck.



 


 
   
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